haftung
Der Arbeitnehmer haftet grundsätzlich für alle von ihm verursachten Schäden, die beim Arbeitgeber eintreten im Rahmen seiner Verantwortlichkeit. Das heißt er haftet für Vorsatz und jede Fahrlässigkeit. Die Rechtsprechung hat jedoch die Haftung der Arbeitnehmer eingegrenzt. Ist der Arbeitnehmer vertragsbrüchig geworden, indem er schuldhaft nicht mehr zur Arbeit erschienen ist, so haftet er maximal für den Schaden, der auch bei Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist eingetreten wäre (BAG vom 26.03.1981, 3 AZR 485/87; BAG vom 23.03.1984, 7 AZR 73/81). Ausgehend von dem Gedanken, dass eine Haftung des Arbeitnehmers für gefahrgeneigte Arbeit im Falle geringer und normaler Fahrlässigkeit meist unbillig wäre, wurden zu Gunsten des Arbeitnehmers weitgehende Haftungsprivilegien geschaffen. Bei Schäden, die bei Ausübung der Arbeit eintreten, haftet der Arbeitnehmer wie folgt:

bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit für den vollen Schaden, wobei auch bei grober Fahrlässigkeit zu prüfen ist, ob Haftungserleichterung in Frage kommen, weil etwa das Einkommen des Arbeitnehmers im groben Missverhältnis zum Haftungsrisiko steht.
bei leichtester Fahrlässigkeit gar nicht.
bei normaler Fahrlässigkeit ist ein Schaden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu quoteln. Auch ist zu prüfen, ob eine Haftungsbegrenzung für den Arbeitnehmer in Frage kommt, etwa auf zwei bis drei Monatsgehälter. Zu berücksichtigen sind
die Schwere des Verschuldens
die Schadensneigung der Arbeit
die Möglichkeit des Arbeitgebers, sich gegen Schäden der eingetretenen Art zu versichern

die Höhe des Einkommens des Arbeitnehmers
evtl. Zulagen für besondere Aufmerksamkeit
ein Mitverschulden des Arbeitgebers, insbesondere Organisationsmängel zur Vermeidung von Schäden ggf. auch die Länge der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers und sonstige Sozialdaten
(BAG vom 27.09.1994 - GS 1/89; BAG vom 16.02.1995 - 8 AZR 493/93)
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