basisinformationen
1. Was ist Mediation?
2. Warum Mediation?
3. Hauptanwendungsbereiche
4. Umfang
5. Ziel
6. Familienmediation
7. Konfliktmanagement

1. Was ist Mediation?
Mediation leitet sich aus dem Lateinischen ab und bezeichnet verschiedene Formen für Konfliktlösungen und Vermittlungen.

Seiner jetzigen Definition ist es eine Form von Konfliktlösung und Konfliktmanagement mit professioneller Technik und wissenschaftlichen Hintergrund.

Mediation bemüht sich um eine friedliche, produktive und selbstbestimmte Form des Umgangs, wenn zwei Seiten einen Konflikt haben, versucht der Mediator den Parteien neue Kommunikationsmöglichkeiten zu erschließen. Hierbei hat der Mediatior die Interessen von beiden Seiten als nach herkömmlichen Anwaltsverständnis im Blick. Der Mediator trifft in der Sache keine Entscheidung anders als der Schiedsrichter. Ziel ist eine außergerichliche, autonome Konfliktregelung. Die Kompetenz des Mediators ist es, neue Perspektiven zu schaffen und Kommunikation zu fördern bzw. zu ermöglichen.

2. Warum Mediation? - Kooperation statt Konfrontation
Statt zerstörerischer Konflikte: Friedliche, produktive Formen des Umgangs.

Eine Mediation kann sofort begonnen und durchgeführt werden und muss nicht in der Öffentlichkeit erfolgen. Es schützt somit die Vertraulichkeit der Gespräche, ist nicht an starre Zeitschema, wie bei gerichtlichen Verhandlungen gebunden.

Im Gegensatz zu einem gerichtlichen Verfahren, bei dem höchstens ein Urteil oder ein Vergleich herauskommen kann, erhalten die Parteien in einem Mediationsverfahren, was sie selbst erarbeiteten, keine Urteile, die sich nach abstrakten Rechtsnormen und nicht nach Interesse richten.

Es wird viel Geld und Zeit gespart. Durch intensive Kommunikation können Lösungen gefunden werden, die in einem justizförmigen Verfahren, das nur in Regelung von Ansprüchen besteht.

3. Familienmediation
Der Wiederentdeckung der Mediation ist die Familienmediation in Amerika gewesen.

Insbesondere komplexe Sachverhalte wie Umgangs-/ Sorgerechtsregelungen, Unterhaltsfestlegungen sind ineinander greifende Konfliktfelder, die von den Konfliktparteien, üblicherweise den Eheleuten, mit Hilfestellung durch ein Mediationsverfahren am Besten selbst gelöst werden.

Wichtig ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren und eine Kommunikationsstruktur, die das Feststellen von Interessen, Lösungsmöglichkeiten und Lösungen im Einvernehmen ermöglicht.

Vorteile sind auch hier, die Möglichkeit einer, den individuellen Zeitbedürfen entsprechende, der einen schnellen oder behutsam vorgehenden Prozeß ermöglicht, bei dem beide Partner die Möglichkeit finden, sich in einer durch die Mediation geschaffenen, ruhigen Rahmen ihrer Probleme zukunftsorientiert anzunehmen und hierbei eigene Lösungen zu entwickeln.

Hierbei gilt die absolute Diskretion, der Abwesenheit von, die Begrenzung durch die Möglichkeiten gerichtlicher Verfahren, die einzelne Problemfelder nur völlig isoliert voneinander im Anspruchsdenken des 19. Jahrhunderts zu betrachten weiß, zu lösen.

Darüber hinaus können auch in Einzelfällen, bei Interesse die Interessen der Kinder, für die die elterliche Sorge gilt oder für die Unterhalt bezahlt werden muss, intensiv in den betreffenden Bereichen mit einbezogen werden, so dass allumfassende Familienlösung gefunden werden kann.

Zuletzt ist je nach Dauer der Mediation durchaus eine Kostenersparnis gegenüber gerichtlichen Verfahren wahrscheinlich.

Auch Existenzfragen, Weiterführung, Umgründung von Betrieben können in der Mediation einfach mit einbezogen werden. In einem gerichtlichen Verfahren würen hier die Grenzen längst erreicht.

4. Wirtschaftsmediation
Sämtliche Fragen der gewerblichen Wirtschaft und Privatwirtschaft sind in vielgestaltiger Weise gesetzlich geregelt.

Gesetzliche Regelungen führen aber oft zwangsweise bei fehlender vorgerichtlicher Einigung zu gerichtlichen Verfahren.

Diese sind wenig geeignet, durch rechtliche oder wirtschaftliche Sachverhalte, in der nötigen Diskretion aufzuarbeiten.

Der Öffentlichkeitsgrundsatz für gerichtliche Verhandlungen führt dazu, dass in Streitfällen, sensible Daten, Umsatzgewinnzahlen, Konkurrenz, Kenntnis der Wettbewerber, Gegenstand öffentlicher Verhandlungen werden. Dies kann nicht Ziel einer autonomen Privatwirtschaft sein.

Daher bietet ein gerichtsfernes, autonomes, völlig diskretes und an normalen Orten stattfindendes Mediationsverfahren die Möglichkeit unabhängig von Terminierungen staatlicher Gerichte oder von Schiedsgerichten schnell, diskret und autonom, unter Einbeziehung sämtlicher Interessen der Beteiligten, Lösungen zu suchen und nicht einfach durch 50 zu 50 Kompromisse oder einfache Vergleiche zu regeln, sonder vielmehr Konflikte so zu klären und Interessen offenbar zu machen, dass beide Konfliktpartner aus dem Mediationsverfahren, Gewinn erzielen können, der nicht allein in der Regelung des Konflikts besteht, sondern weit darüber hinaus reicht. Die Verfahren wurden erfolgreich bei der Swiss-Air-Piloten bei Daimler Benz im Außenhandel und in vielen weiteren führenden Wirtschaftsuntenehmen praktiziert.

5. Mediation im Arbeitsrecht
Im Arbeitsrecht sind viele, teilweise mediative Elemente in das Arbeitsgerichtsgesetz integriert, so z. B. die Güteverhandlung und die Einigungsstellen.

Auch Schlichtungsstellen im Ausbildungsverhältnis gehören teilweise dazu.

Jedoch haben vorgenannte Verfahren den Mangel jeglicher Justizeingriffe, nämlich Öffentlichkeit, nach außen verlagerte Entscheidungskompetenz und allein an gesetzlichen Normen, nicht den Interessen der parteienorientierte Lösungsansätze. Arbeitsgerichte leiden unter Überlastung, haben starre Zeitschema, können wegen der Kürze der Zeit keine umfassende Interessenklärung herbei führen, dementsprechend auch nur einfache Regelungen, keine komplexe Befriedigung der Parteien erreichen.
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